Kategorie-Archiv: Gesundheit

Gute Freunde

Gute Freunde bringen mir bei ihrem Besuch Blumen mit, ein Buch, eine kleine Holzkuh oder einen frischen Tannenzweig.

Ausserordentliche Freunde treffen kurz vor dem Abendessen ein, bringen ein Gedicht von einem Gericht mit wildem Truthhahn, Blaubeer-Apfelsauce und Butternutkürbis, finden die kleine Etagenküche um es aufzuwärmen und zaubern auch einen frischen grünen Salat aus ihrem Korb.

Den trockenen Hackbraten mit dem  salz- und milchfreien Kartoffelstock und dem Moses-Gemüse (=aus dem Wasser gezogen) lasse ich ohne irgendwelches Bedauern zurückgehen.

Spitalstilleben vor dem Frühstück

image

Zum Glück gibts drei Schritte neben meinem Zimmer einen Kaffeeautomaten, der auch sehr gute heisse Schokolade produziert. Damit kann ich  sogar das Frühstück überleben. Das Menu: gummiger Toast ohne Butter, Haferbrei ohne  Milch und ohne Salz, serviert mit einem Kaffee ohne jeglichen Geschmack (das Pflegepersonal hier nenn ihn „jus de chaussettes“ – Sockensaft). Oh, gestern war es quasi ein Brunch, da gab es noch ein Dreissigminuten-Ei dazu, ohne Salz, versteht sich!

Geniesst Eure Sonntagsgipfeli, Brötchen oder Zopf!

Nicht lustig

Nicht besonders lustig waren für mich die letzten Tage. Ich bin seit etwas mehr als einer Woche im Spital. Heute habe ich nun mein iPad bekommen und kann ein wenig schreiben.

Nun, was ist passiert? Das Krustentierchen in meinem Bauch hat etwas Kapriolen gemacht und sehr viel Flüssigkeit, die man Asziten nennt, produziert.  Davon wurde mein Bauch so aufgeschwollen, dass darin nichts mehr vor sich ging und alles oben raus kam. Und weil ich ja immer noch eine ach so tapfere Bäuerin bin, habe ich viel zu lange gewartet und bin schliesslich im Notfall gelandet. Dort hat man mich bald einmal um 4,5 Liter Flüssigkeit erleichtertund mich auch sonst auf Herz, Nieren und Lunge geprüft. Man fand heraus, dass mein linker Lungenflügel kurz vor dem Ertrinken war, fast 3 Liter auch dort. Bäh. Eine Lungenpunktierung ist übrigens kein Sonntagsspaziergang, das kann ich Euch jetzt aus Erfahrung versichern. Und ich hatte bloss gedacht, ich sei in letzter Zeit so kurzatmig geworden, weil ich faul und untrainiert geworden war. Im Moment ist jetzt das Meiste unter Kontrolle, ich muss jetzt noch hier bleiben, weil sich zu allem anden auch noch ein Bakteriümchen häuslich in mir niedergelassen hat und nun mittels IV-Antibiotikum ausquartiert werden soll. Aber ich fühle mich viel, viel besser.

Es gibt im Spitalalltag auch lustige Sachen, oder wenigstens solche, die man besser mit Humor nimmt, z.B. die Spitalgastronomie, der werde ich bestimmt einen eigenen Beitrag widmen. Und es gibt hier auch ein paar junge attraktive Assistenzärzte, mit denen zu flirten eine ältere Dame sich durchaus erlaubt.

Ich werde auf dem Laufenden halten!

Goldmilch

Ich nehme mir immer wieder vor, hier fleissiger zu schreiben. Aber dann frage ich mich, worüber denn?  Nun, ich wage es einfach einmal, frisch von der Leber weg, was gerade aktuell ist.

Im Moment habe ich gerade wieder ein paar gesundheitliche Hürden zu nehmen, das Krustentierchen, mit dem ich nun schon mehr als zehn Jahre zusammenlebe, ist wieder etwas aktiver geworden. Mir wurde eine ganz neue, noch im Studienstadium befindliche Behandlung vorgeschlagen, und nun warte ich auf den Bescheid, ob ich wirklich dafür geeignet bin.

Unterdessen aber bleibe ich nicht tatenlos. Unter anderem mache ich mir täglich eine grosse Tasse Goldmilch, das ist so lecker. Es gibt verschiedene Rezepte auf dem Internet, ich mache sie ungefähr so wie hier, süsse sie aber mit Ahornsirup anstatt Honig. Dieses feine Getränk wärmt auch wunderbar an grauen, kühlen Novembertagen. Und der Kurkuma, mit dem Pfeffer zusammen und dem Kokosöl tun dem Körper auf verschiedenen Ebenen gut –  nicht aber dem Krustentierchen, dem möchte ich doch gerne den Garaus machen!

So nehme ich Tag für Tag, geniesse, was ich kann, vor allem meine zwei Enkelbuben, und bin dankbar, dass das Leben doch immer wieder gut zu mir ist!