Invasion

Ihr könnt das vielleicht nicht nachvollziehen, aber ich hasse Marienkäfer.

Ja, ich weiss, es sind wundervolle Nützlinge, Freunde jedes Gartenliebhabers. Jedenfalls wenn es sich um den einheimischen Siebenpunkt handelt.

Nun sind aber Marienkäfer nicht gleich Marienkäfer. Bei mir macht sich eine andere Sorte breit, die am Anfang des letzten Jahrhunderts aus Asien nach Nordamerika bewusst eingeführt wurde, als biologische Schädlingsbekämpfung. Harmonia axyridis  heisst der fremde Fötzel sehr hübsch, aber der Asiatische Marienkäfer ist vom Nützling zum Schädling geworden.  Er verdrängt die heimischen Marienkäferarten, und da er in seiner Ernährung nicht wählerisch ist, macht er sich nach den Blattlauslarven auch über die Larven anderer Nützlinge her, nagt reife Früchte an, dazu hat er sich ganz ungeheuer vermehrt, da er hier keine natürlichen Feinde hat.

Ich habe allerdings den Staubsauger zu seinem Feind gemacht. Die Viecher haben nämlich die Angewohnheit, in Häusern zu überwintern, ältere  Häuser, die halt Fugen und Ritzen haben und nahe am Waldrand stehen, sind besonders beliebt. Mein Haus erfüllt die Voraussetzungen für ein solches Käferhotel, und sobald es wärmer wird, kriechen die ungebetenen Gäste aus ihrem Quartier und sammeln sich vor allem an den Fenstern an. Zu hunderten sind sie da zu finden, und wehe, man zerdrückt so ein Tierchen, dann sondert es eine ganz übelriechende und übelschmeckende Flüssigkeit ab. Warum ich weiss, dass sie übel schmecken? – Ich habe einmal einen für einen Brosamen auf der Kuchenplatte gehalten…
Deshalb bleibt mir wirklich nur übrig, den Heerscharen den Garaus mit dem Staubsauger zu machen

Seht selbst, so sah es heute Vormittag im Gästezimmer aus. Ich beherberge dort eigentlich lieber zweibeinige Gäste.

Versteht Ihr jetzt, dass ich (gewisse) Marienkäfer hasse?

IMG_0499 IMG_0496

Endlich!!

Endlich ist es etwas wärmer und freundlicher geworden. In den Blumenbeeten tut sich etwas! Die ersten Krokusse und die Mini-Osterglocken blühen und ich habe die ersten Bienchen gesehen. Dem Waldrand entlang blüht der Huflattich und die Robins  sind da. Man hört die Wildgänse und sieht sie in grossen V-Formationen gegen Norden ziehen. Ich sitze am Nachmittag auf der Laube in der Sonne. Wunderbar!

Krokus

Ostergloeckchen

Grosis Schätzli

image

Ich habe nicht viel Zeit zum Schreiben dieses Wochenende. Grossmutterpflichten – oder viel mehr Grossmutterfreuden! Ja, ich bin unterdessen zum zweiten Mal Grosi geworden, und seit gestern Abend darf ich meine beiden Schätze bei ihnen zuhause hüten.

Am schönsten ist die frühmorgendliche Kuschelstunde auf dem Sofa. Und jetzt geht Grosi Zmorge (Frühstück machen).

Meine Wollwerkstatt

image

Als ich damals, 2009, mein Häuschen gekauft habe, war nebst Lage und Preis auch der grosse, guteingerichtete Kellerraum auschlaggebend, dass ich mich dafür entschieden hatte. Meine Vorgängerin hatte darin ihre Schneiderwerkstatt eingerichtet, und für mich wurde damals der Traum von der Wollwerkstatt wahr. Endlich Platz für Spinnräder und Wollvorräte, Haspel und Wollwickler, und vor allem für eine Färbeecke! Da auch die Waschmaschine und ein grosser Trog in diesem Raum sind, ist das natürlich ideal für diesen Zweck. Ich habe mir den Stecker für einen alten Kochherd einrichten lassen, und da kann ich nun nach Herzenslust färben und experimentieren, Stränge aufhängen und sie auch da lassen.

Heute habe ich mich wieder dran gemacht Wie ich gestern erzählt habe, ist mein Energieniveau nicht mehr gleich wie früher, als ich nebst all der andern Arbeit auch noch drei Dutzend Wollstränge an einem Nachmittag färben konnte. Heute bin ich mit einem Dutzend zufrieden.

Wollwerkstatt

Energiemangel

Wie habe ich das früher, als ich noch die Bäuerin war, bloss gemacht? Da bin ich jeweils vor fünf Uhr aufgestanden, habe einen Stall voll Kühe gemolken, dann Frühstück gemacht, Haushalt auf Vordermann gebracht, Brot gebacken, Essen gekocht für eine grosse Tischrunde, dazwischen gestrickt, Wolle gefärbt und gebloggt. Und am Abend natürlich wieder Kühe gemolken.

Heute habe ich gar  nicht viel gemacht. Einen Kaffee auf Knopfdruck aus der Maschine, dann Feuer im Ofen gemacht, in bisschen im Büro aufgeräumt, einen Salat zum Mittag zubereitet, für mich allein, dann zwei Stunden alte Webseiten weggeräumt und die Gartentage neu aufgesetzt. Dann wollte ich eigentlich Wolle färben, ich habe Ende letzter Woche meine Lieferung an ungefärbter Sockenwolle bekommen. Aber es hat bloss gereicht, die Stränge abzubinden, in 12er Büscheln aufzuhängen und die erste Serie in Wasser einzuweichen. Gut, zuvor musste ich ein wenig in meiner Wollwerkstatt im Keller aufräumen, aber zum Färben bin ich nicht gekommen. Jetzt ist fünf Uhr Nachmittag, und ich mag nicht mehr, aber ich muss heute Abend noch kurz weg, im  Colibri die neue Yoga-Klasse in Empfang nehmen.

Ja ja, es ist nicht mehr wie früher!

Laineà teindre

 

Neuanfang

Am 23. Juni 2003 habe ich meinen allerersten Blogeintrag geschrieben. Also vor fast 13 Jahren. Blogs kamen und gingen, waren bei verschiedenen Hostern, schliesslich auf meiner eigenen Domain. Es gibt noch einen Archivblog, der bis 2009 geht, bis zu meinem Umzug von der Farm in mein eigenes kleines Häuschen.

Vor mehr als einem Jahr wurde mein Gartentage-Blog gehackt, und ich konnte nicht mehr darauf zugreifen. Dann verstarb mein MacBook, und ich verlor auch das Backup irgendwie.  Vielleicht ist das gut. Es waren zwar viele Texte und Fotos dabei, an denen ich hing, aber vielleicht muss ich loslassen lernen.

Natürlich gibt es heute die Social media, auf Facebook bin ich leidlich aktiv. Aber bloggen – das ist doch etwas anderes, und ich habe Lust, wieder damit anzufangen. Deshalb habe ich nun den Gartentage-Blog komplett neu aufgesetzt.

Meine Osterglocken blühen zwar noch nicht, aber ihre grünen Blätter sind doch aus dem kalten Boden hervorgekommen. So komme ich mit meinen Texten und Bildern auch wieder aus dem langen Winterschlaf.

Mögt Ihr wieder lesen?

aca62f06-359f-4513-9206-f8af49ce5c80